Lungentag 2016: Tuberkulose

Zusammenfassung (max. 700 Buchstaben inkl. Leerzeichen!!!)

„Infektionen der Atemwege: Vorbeugen, erkennen und behandeln“ lautet das Schwerpunktthema des diesjährigen 19. Deutschen Lungentages, der im September mit vielen bundesweiten Veranstaltungen informieren will. Die Infektionskrankheit „Tuberkulose“ steht dabei im Focus eines Videointerviews, dass der 1. Sprecher des Deutschen Lungentages, Prof. Dr med. Marek Lommatzsch, Rostock, mit dem Generalsekretär des Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose, Prof. Dr. med. Thorsten Bauer, Berlin, geführt hat. Das Video informiert über die Häufigkeit der Infektionskrankheit in Deutschland, frühe Symptome, Therapie und Möglichkeiten, sich vor einer Infektion zu schützen.

 

Langfassung

Tuberkulose ist in Deutschland mit ca. 4.000 Neuerkrankungen pro Jahr eine seltene Erkrankung. Durch die Flüchtlingsströme hat sich diese Zahl auf ca. 6.500 Neuerkrankungen erhöht. Die Früherkennung der Tuberkulose gestaltet sich schwierig, da es keine eindeutigen Frühsymptome gibt. Vielmehr schwelt die Infektion für die Betroffenen oft unbemerkt vor sich hin. Kardinalsymptome sind Fieber, Nachtschweiß und Gewichtsverlust.

 

In Deutschland ist die Tuberkulose gut behandelbar, soweit die Erreger auf die Standardtherapie mit Antibiotika, die über einen langen Zeitraum gegeben werden, ansprechen. In der Regel werden Patienten mit Tuberkulose nach der Diagnose drei Wochen lang isoliert. In dieser Zeit stellt sich heraus, ob es sich um eine ansteckungsfähige Tuberkulose handelt und ob die Erreger auf die eingeschlagene Therapie reagieren. Nach drei Wochen Therapie und nachgewiesener Empfindlichkeit der Erreger gegenüber der eingesetzten Antibiotikakombination, gelten die Patienten als nicht mehr ansteckend.

 

Multiresistente Tuberkuloseerreger, die nicht auf die Standardtherapie reagieren, spielen in Deutschland mit ca. 150 – 180 Fällen im vergangenen Jahr eine untergeordnete Rolle. Allerdings gibt es außerhalb Deutschlands Regionen, in den heute bereits jede vierte Neudiagnose nicht mehr mit den vorhandenen Standardtherapeutika behandelbar ist.

 

Die Erstinfektion mit Tuberkuloseerregern ist fast immer undramatisch. Erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn das Immunsystem schwächer wird, kann es bei Älteren oder Patienten mit Tumorerkrankungen oder HIV zum Wiederausbrechen der Tuberkulose mit schweren Verläufen kommen.

 

Tuberkulose wird durch Tröpfcheninfektionen weitergegeben. Einen sicheren Schutz vor Tuberkulose gibt es deshalb nicht. Entscheidend ist allerdings, wie lange man mit einem Tuberkulosepatienten in einem Raum verbringt. Mehr als vier bis acht Stunden sollten es nicht sein. Ausreichende Lüftung, etwa durch Öffnen der Fenster, kann das Infektionsrisiko vermindern.

 

Der Deutsche Lungentag ist eine jährlich fortlaufende Aktion mit folgenden Zielen:

  • Öffentliche Darstellung des Fachgebietes Atemwegs- und Lungenkrankheiten,
  • Förderung der Selbsterkennung entsprechender Symptome und Erkrankungen durch Betroffene,
  • Stärkung von Forschung und Lehre im Fachgebiet “Pneumologie”.

 

Bundesweite Veranstaltungen zum diesjährigen 19. Deutschen Lungentag finden im Zeitraum um den 17. September 2016 unter dem Motto "Infektionen der Atemwege: Vorbeugen, erkennen und behandeln" statt. Die Planung und Realisierung der Aktionen zum Deutschen Lungentag werden durch die Sektion „Deutscher Lungentag“ in der Deutschen Atemwegsliga e. V. koordiniert. Der Sektion „Deutscher Lungentag“ gehören folgende Organisationen an:

 

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie u. Beatmungsmedizin. e.V.

Deutsche Atemwegsliga e.V.

Deutsche Lungenstiftung e. V.

Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie

Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland e.V.

Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst

Bundesverband der Pneumologen in Deutschland

Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Deutsche SauerstoffLiga LOT e.V.

 

Sprecher der Sektion Deutscher Lungentag ist Prof. Dr. M. Lommatzsch, stellvertretende Sprecherin ist Frau PD Dr. C. Lex

 

Organisatoren lokaler Veranstaltungen des Lungentages haben die Möglichkeit, das Video auf der Website ihrer Veranstaltung einzubetten und im Rahmen der Veranstaltung zu präsentieren.

 

Links

www.lungentag.de – Website des Deutschen Lungentages

https://vimeo.com/168818874 Videointerview

Pressetext downloaden

Lugnentag 2016: Anzahl der Tuberkulose-Erkrankten steigt in Deutschland

Der Deutsche Lungentag informiert: Anzahl der Tuberkulose-Erkrankten steigt in Deutschland wieder

 

Zusammenfassung

Anlässlich des diesjährigen Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin berichtete das Robert-Koch-Institut über einen Anstieg der Tuberkulosefälle in Deutschland seit 2015. Dies erfordere ausführliche Information aller Beteiligten, nicht nur der Ärzte und Schwestern, sondern auch der breiten Bevölkerung. Der Deutsche Lungentag e. V. greift die Tuberkulose-Problematik anlässlich des diesjährigen Lungentags, der an vielen Orten Deutschlands in der Zeit um den 17. September 2016 stattfinden wird, mit dem Schwerpunkt „Infektionen der Atemwege: Vorbeugen, erkennen und behandeln“ auf.

 

Langfassung

Auf dem 57. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin im März 2016 in Leipzig spielte das Thema Infektionen eine wichtige Rolle. Unter anderem rückte die Tuberkulose, deren Inzidenz in Deutschland seit Jahren rückläufig war, wieder in den Fokus des Interesses. In einem außerordentlichen Symposium zum Thema „Medizinische Aspekte der Flüchtlingssituation“, welches auf reges Interesse der Kongressteilnehmer stieß, berichtete das Robert-Koch-Institut über aktuelle epidemiologische Daten zur Tuberkulose in Deutschland. Es wurde gezeigt, dass die Anzahl der Tuberkulosefälle in Deutschland seit 2015, vor allem im Zusammenhang mit dem Zustrom von Flüchtlingen, erstmals wieder ansteigt. Auf die Notwendigkeit einer besseren Tuberkulosekontrolle, unter anderem eine effektive frühe aktive Fallfindung, wurde nachdrücklich hingewiesen. Wichtig ist hierbei auch die ausführliche Information aller Beteiligten, nicht nur der Ärzte und Schwestern, sondern auch der breiten Bevölkerung, über die Möglichkeiten der Vorbeugung, die praktische Erkennung und die Behandlung der Tuberkulose.

 

Passend dazu lautet das Thema des diesjährigen Lungentages, der an vielen Orten Deutschlands in der Zeit um den 17. September 2016 stattfinden wird, „Infektionen der Atemwege: Vorbeugen, erkennen und behandeln“. Hierbei wird auch das aktuelle Thema Tuberkulose eine Rolle spielen. Auf der Internetseite des Lungentages wird begleitend ein Video mit aktuellen und allgemeinverständlichen Informationen zum Thema „Tuberkulose“ frei verfügbar veröffentlicht werden. Weiterführende aktuelle Informationen zur Tuberkulose finden sich im Internet auf den Seiten der Robert-Koch-Institutes (www.rki.de/tuberkulose) und des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (www.dzk-tuberkulose.de).

 

Die Planung und Realisierung der Aktionen zum Deutschen Lungentag werden durch die Sektion „Deutscher Lungentag“ in der Deutschen Atemwegsliga koordiniert. Der Sektion „Deutscher Lungentag“ gehören folgende Organisationen an:

 

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie u. Beatmungsmedizin. e.V.

Deutsche Atemwegsliga e.V.

Deutsche Lungenstiftung e. V.

Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie

Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland e.V.

Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst

Bundesverband der Pneumologen in Deutschland

Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

Deutsche SauerstoffLiga LOT e.V.

 

 

Prof. Dr. M. Lommatzsch

Sprecher des Deutschen Lungentages

 

PD Dr. C. Lex

Stellv. Sprecherin des Dt. Lungentages

 

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Asthma und COPD: Inhalativa auf die Substitutions-Ausschlussliste setzen

Die Inhalationstherapie ist das primäre Behandlungsregime beim Asthma bronchiale wie auch der COPD. Die Verabreichung der Medikamente via Inhalation hat den Vorteil der lokalen Bioverfügbarkeit, wobei die Wirkstoffe rasch an Ort und Stelle die erwünschte Wirkung erzielen können und eine hohe Effektivität bei vergleichsweise geringem Risiko für systemische Nebenwirkungen vermitteln.

Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Substanzen tatsächlich bis tief in die Atemwege hinein inhaliert werden und dort zur Deposition kommen. Das wiederum setzt voraus, dass das jeweilige Präparat für den individuellen Patienten geeignet ist. Dies betrifft keineswegs nur die verabreichten Wirkstoffe, die als Monotherapie oder als Fixkombination inhaliert werden können, sondern auch das Inhalationssystem. Es muss angepasst an die individuelle Situation des Patienten verordnet werden entsprechend seinen Bedürfnissen und unter Berücksichtigung potenzieller Begleiterkrankungen, die möglicherweise die Inhalationstherapie erschweren können.

Das Inhalationssystem ist mitentscheidend für den Therapieerfolg

Konkret bedeutet das, dass das Device einfach zu handhaben sein muss. Seine Bedienung sollte möglichst intuitiv erfolgen und es sollte Kontrollmechanismen geben, mit denen der Patient die erfolgreiche Inhalation selbst überprüfen kann. Denn mit der Verordnung des Inhalationssystems muss gewährleistet werden, dass das Device vom Patienten sachgerecht genutzt werden kann und wird. Das setzt über die Wahl des im individuellen Fall optimalen Inhalators hinaus eine Schulung in der Anwendung des Systems voraus. Der Patient muss den gewählten Inhalator zudem gut akzeptieren, damit eine hohe Therapietreue gewährleistet ist. Denn es besteht eine direkte Assoziation zwischen der Zufriedenheit des Patienten mit dem Device und der Adhärenz (1).

Doch es gibt Daten, wonach über alle Inhalationssysteme hinweg bei nahezu 80 Prozent der Patienten Handhabungsfehler bei der Inhalation auftreten (2). Ist das der Fall, so ist zwangsläufig der Behandlungserfolg in Frage gestellt. Die Daten zeigen zudem, dass es bei der Inhalationstherapie mit dem einfachen Griff zum Rezeptblock nicht getan ist. Die Wahl des Präparates muss vielmehr adaptiert an die jeweilige Situation des Patienten erfolgen und seine Grunderkrankung, seine motorischen und kognitiven Fähigkeiten und auch seine Therapiepräferenzen berücksichtigen.

Aut Idem bei der Inhalationstherapie unterbinden

Das erklärt, warum ein Wechsel auf ein anderes, als das mit Sorgfalt gewählte und vom Patienten akzeptierte Inhalationssystem zwangsläufig mit dem Risiko behaftet ist, dass der Therapieerfolg beeinträchtigt wird. Es ist deshalb zu fordern, dass auch die Inhalativa in die Substitutions-Ausschlussliste aufgenommen werden. Medikamente, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss       (G-BA) in dieser Liste aufgeführt werden, unterliegen nicht der sogenannten Aut idem-Regelung und können somit nicht vom Apotheker durch eine – in seinen Augen -  kostengünstigere wirkstoffgleiche Alternative ersetzt werden. Bislang wurden vor allem Medikamente zur Behandlung von Herzerkrankungen, Immunsuppressiva, Schilddrüsenhormone und Antikonvulsiva entsprechend gelistet. Diskutiert wird darüber hinaus die Aufnahme weiterer Antikonvulsiva, Opioidanalgetika, Dermatika und auch Inhalativa zur Behandlung des Asthma bronchiale und der COPD (3).

Die Aufnahme der Inhalativa in die Substitutions-Ausschlussliste – und damit der Ausschluss des Austauschs des ärztlich verordneten Präparates durch den Apotheker - ist aus pneumologischer Sicht ein wichtiger Schritt, um künftig bei Patienten mit Asthma und COPD bessere Therapieerfolge und eine optimale Krankheitskontrolle zu gewährleisten.

Der Deutsche Lungentag ist der Ansicht, dass dieser Ausschluss gewährleistet werden muss – um dem Patienten die bestmögliche und notwendige Therapie zukommen zu lassen.

Karl-Christian Bergmann

Vorsitzender Deutscher Lungentag e.V.

Literatur:

  1. Small M et al., Adv Ther 2011; 28: 202-212
  2. Hämmerlein A et al., J Eval Clin Pract. 2011; 17: 61-70
  3. www.g-ba.de/institution/Themenschwerpunkte/Arzneimittel/aut-idem/

Pressemitteilungen

27.06.2012: Pressemitteilung zum Weltspirometrietag

18.06.2012: Pressemitteilung zum Botschafter Roland Kaiser