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22. Deutscher Lungentag 2019

Autoverkehr in Städten

Autoverkehr in Städten, was machen die Abgase mit der Lunge und den Atemwegen?

Der Autoverkehr ist eine Hauptquelle der Luftverschmutzung in unseren Städten. Es gibt im Wesentlichen die folgenden Quellen, die die Luftverschmutzung in unseren Städten beeinflussen: die Emissionen des lokalen Straßenverkehrs sowie der Ferntransport von Luftschadstoffen, die aus der Industrie oder der Landwirtschaft entstammen. Hinzu kommt in manchen Gegenden die Emission aus Kleinfeuerungsanlagen, insbesondere bei Verbrennung von Holz oder Holzpellets. Zu den Emissionen des Autoverkehrs gehören neben den Abgasen auch der nicht zu vernachlässigende Abrieb von Bremsen und Reifen sowie die Wiederaufwirbelung von sedimentiertem Staub. Die Emissionen des Autoverkehrs und dabei der Dieselfahrzeuge insbesondere tragen maßgeblich zur Luftbelastung mit Stickoxiden (NOxbei. Zusätzlich sind die älteren Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter eine maßgebliche Quelle der Feinstaubbelastung, messbar als Partikel mit einem aerodynamischen Durchmesser von kleiner als 10 µm (PM10) sowie von Partikeln mit einem Durchmesser von kleiner als 2.5 µm (PM2.5). Feinstaub und Stickoxide, insbesondere Stickstoffdioxid, sind neben dem Ozon in bodennahen Luftschichten die Luftschadstoffe, deren gesundheitliche Wirkung derzeit am besten untersucht ist und die wegen ihrer Schadwirkung in landesweiten Messnetzen kontinuierlich gemessen werden. Der Gesetzgeber hat deshalb auch Grenzwerte zum Schutz der Bevölkerung vor gesundheitlichen Gefahren festgeschrieben sowie Maßnahmen zur Reduktion der Schadstoffkonzentration empfohlen. 

Worin bestehen hauptsächlich gesundheitliche Gefahren durch Luftverschmutzung für die Lunge und die Atemwege?

Die nachteiligen gesundheitlichen Wirkungen von Luftschadstoffen sind durch experimentelle Expositionsstudien, durch Human-Expositionsstudien und schließlich durch epidemiologische Studien ausreichend belegt. (siehe den Übersichtsartikel zu Luftschadstoffen und Lunge von Perez et al 2010). Während die gesundheitlichen Wirkungen im Zusammenhang mit einzelnen Schadstoffen wie Feinstaub, Sickstoffdioxid und Ozon ausreichend erwiesen sind, ist der spezielle Zusammenhang mit den Emissionen des Autoverkehrs lediglich in Form eines „Indiziennachweises“ zu erbringen, weil die eingeatmete Luft stets als Gemisch verschiedener Schadstoffe unterschiedlicher Quellen besteht. Als „Indizien“ für die gesundheitlichen Schadwirkungen des Autoverkehrs dienen der gesicherte Nachweis, dass Autoabgase zu den Luftschadstoffkonzentrationen in unseren Städten beitragen, die zahlreichen Belege, dass Wohnen nahe verkehrsreicher Straßen mit höheren Erkrankungsrisiken einhergeht (auch nach dem Herausrechnen möglicher Straßenlärmeffekte) und dass bestimmte Komponenten im Feinstaub, die spezifisch für die Kraftfahrzeugabgase sind, mit den gesundheitlich erhöhten Risiken assoziiert sind. Der epidemiologische Nachweis von irreversiblen gesundheitlichen Langzeitwirkungen entstammt bisher überwiegend aus den Ergebnissen umfangreicher Kohortenstudien in Nordamerika, die teils über Jahrzehnte hinweg auch im Hinblick auf die Entstehung von Atemwegserkrankungen untersucht wurden. Luftschadstoffe hatten bei diesen Studien ihren Ursprung in den Emissionen der Industrie, des Straßenverkehrs und des Hausbrandes. Die Ergebnisse dieser Studien begründeten maßgeblich die derzeitigen Grenzwerte für PM10 Feinstaub und Stickoxide in Europa. Dabei mussten vielfältige Unterschiede zwischen Nordamerika und Europa in Kauf genommen werden: wie zum Beispiel Unterschiede in der Emittentenstruktur, der Luftchemie wegen anderer klimatischer Bedingungen, und der allgemeinen Verbesserung der lufthygienischen Situation während der letzte Jahrzehnte. Deshalb sind zusätzlich Daten zu Langzeitwirkungen von Luftschadstoffen in Europa erforderlich, um auch hier die Allgemeinbevölkerung ausreichend vor diesen Schadwirkungen zu schützen. Die Etablierung und Langzeitbeobachtung ausreichend großer Kohorten in Europa ist aber extrem teuer, aufwendig und dauert zu lange, um jetzt entsprechende Novellierungen der Grenzwertfestsetzung zu begründen. Genau an diesem Punkt setzt das europäische ESCAPE Projekt an, um Abhilfe bei Wissenslücken zu schaffen.

Was ist ESCAPE:

ESCAPE (European Study of Cohorts for Air Pollution Effects) ist ein europäisches Forschungsprojekt zur Quantifizierung von Langzeitwirkungen von Luftschadstoffen wie PM10 und PM2.5 Feinstaub, Feinstaubinhaltsstoffen wie Metallen, Stickoxiden und Dieselruß auf die
menschliche Gesundheit (siehe www.escapeproject.eu). Dabei wird auf existierende Daten von 22 Kohorten zurückgegriffen (siehe Abbildung). Aus Deutschland fließen mit Bezug auf Atemwegserkrankungen Ergebnisse der Erwachsenenkohorten KORA aus der Region
Augsburg und SALIA aus Nord-Rhein Westfalen sowie der Geburtskohorten GINIplus und LISAplus aus den Regionen München, dem Rheinland und Leipzig ein. Die Besonderheit von ESCAPE liegt allerdings in der standardisierten Modellierung der individuellen Schätzung der Exposition mit Feinstaub und Stickoxiden (Eeftens et al 2012, Cyrys et al 2012) mittels sogenannter land use regression models (LUR). Dabei wird ein eigens für ESCAPE entwickeltes Messprogramm an 20 bis 40 Messpunkten pro Kohorte benutzt, um die Vorhersage der Schadstoffkonzentrationen durch Daten des Geographischen Informationssystems (GIS) wie die Nähe und Intensität des Straßenverkehrs zu modellieren. Diese Regressionsmodelle werden zur Schätzung der Schadstoffkonzentration an den Wohnadressen der Probanden herangezogen. 

Aktuelle ausgewählte Ergebnisse zu Atemwegserkrankungen

 Die Analyse der Längsschnittdaten von über 300 000 Probanden aus 17 Kohorten zeigte nach einer follow up Zeit von durchschnittlich 12,8 Jahren ein um 22% statistisch signifikant erhöhtes Risiko für Lungenkrebs für PM10, allerdings keine Risikoerhöhung für NO(Raaschou-Nielsen et al 2013). Ein jüngst publiziertes systematisches Review zur NOExposition und Lungenkrebs zeigte allerdings ein konsistent erhöhtes Risiko (Hamra et al 2015). Die Mortalität an nicht malignen respiratorischen Ursachen war bei den ESCAPE Kohorten nicht statistisch signifikant erhöht (Dimakopoulou et al 2014). Die Prävalenz und Inzidenz von COPD in Abhängigkeit von der Schadstoffexposition wurde bei 6550 Probanden aus 4 multizentrischen Kohorten (ECRHS, SALIA, SAPALDIA, NSHD) untersucht. Es zeigten sich positive, aber nicht statistisch signifikante Risikoerhöhungen (Schikowski et al 2014). Lediglich für Frauen und teils für Nie-Raucher waren die Risiken teils statistisch signifikant erhöht. Bei Hinzuziehung von Daten der französischen EGEA Studie zeigten sich in den insgesamt 5 Kohorten statistisch signifikant niedrigere Lungenfunktionswerte (FEV1, FVC) in Abhängigkeit von PM10 und NO2, aber nicht für weitere Schadstoffe. Langzeitexposition mit Luftschadstoffen waren nicht assoziiert mit Symptomen der chronischen Bronchitis, Husten oder Auswurf bei den über 10000 Erwachsen aus 5 Europäischen Kohorten (Cai et al 2014). Allerdings war das Risiko für Auswurf bei Nie-Rauchern mit Bezug auf die coarse PM (PM10-2.5) erhöht. Auch für die Inzidenz von Asthma zeigte sich nur für PM10-2.5 , der sogenannten „coarse fraction des PM10“ eine statistisch signifikante Risikoerhöhung (Jacquemin et al 2015). Für Kinder waren positive, aber nicht statistisch signifikant erhöhte Risiken für Asthma
sowohl in den ESCAPE Kohorten (Molter et al 2015), als auch in dem jüngst publizierten systematischen Review (Heinrich et al 2016) nachweisbar. Die Lungenfunktion (FEV1, FVC) war bei etwa 6000 Kindern aus 5 Kohorten geringfügig, aber statistisch signifikant erniedrigt sowohl für PM2.5 als auch für NOx, wenn die aktuelle Adresse zur Expositionsschätzung herangezogen wird (Gehring et al 2013). Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Exposition in der perinatalen Phase einen langzeitigen Einfluss auf die Lungenfunktion hat. Deutliche Effekte für alle modellierten Luftschadstoffexpositionen wurden für Pneumonie nachgewiesen, während keine substantiellen Effekte für das Auftreten von Pseudokrupp beobachtet wurden. Otitis media war statistisch signifikant mit NO2 assoziiert (MacIntyre et al 2014). 

Welche Bevölkerungsgruppen bedürfen eines besonderen Schutzes?

 Insgesamt sind die Wirkungen von Luftschadstoffen für die Allgemeinbevölkerung in den Konzentrationen, wie wir sie derzeit in Deutschland haben, eindeutig nachweisbar. Wichtig ist dabei auch anzumerken, dass gesundheitlich nachteilige Wirkungen auch unterhalb der bestehenden Grenzwerte deutlich zu sehen sind. Obwohl die Stärke der Schadwirkung als nicht sehr hoch einzuschätzen ist, betrifft diese dennoch einen sehr großen Anteil unserer Bevölkerung, der sich niemand entziehen kann. Deshalb hat der Gesetzgeber auch für saubere Luft zum Atmen für alle, auch für jene, die in Ballungsräumen mit einem hohen Verkehrsaufkommen wohnen, zu sorgen. Ungeachtet dessen gibt es einige Bevölkerungsgruppen, die als besonders verletzlich durch Luftschadstoffe gelten. Dazu gehören Patienten mit geschädigten Atemwegen wie Asthmatiker oder Patienten mit einer Chronisch Obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), Patienten mit anderen chronischen Erkrankungen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes und Kinder. 

Schlußfolgerungen

Insgesamt hat sich die Evidenz für die gesundheitliche Schädigung von Lunge und Atemwegen durch Luftschadstoffe wie Feinstaub und Stickoxide und dabei insbesondere für verkehrsabhängige Luftschadstoffe weiter erhöht. Eine belastbare Bewertung gesundheitlicher Wirkungen darf nicht bei der Lunge und den Atemwegen als Zielorgane stehen bleiben und muss selbstverständlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen, vielleicht auch
Diabetes, Demenz und kognitive Störungen einbeziehen. Es gibt keinen vernünftigen Grund die bestehenden Grenzwerte für Feinstaub und Stickstoffdioxid in Frage zu stellen. Mit einem Bündel von Maßnahmen muss um die Einhaltung dieser Grenzwerte, die schließlich Gesetzescharakter haben, gerungen werden. Dazu gehören im Einzelnen:

  •  Anforderungen an die Automobilindustrie durch technologische Maßnahmen den Schadstoffausstoß insbesondere von Stickstoffoxide zu verringern;
  •  eine attraktivere Gestaltung des öffentlichen Personennahverkehrs;
  •  verkehrsorganisatorische Maßnahmen zur Vermeidung des stop and go Verkehrs, dermit einem höheren Schadstoffausstoß verbunden ist;
  •  und die Ausweitung von Umweltzonen als Übergangsmaßnahme, bis andere Maßnahmen zu einer Einhaltung der Grenzwerte geführt haben.

Zu guter Letzt steht auch die Frage, welche gesundheitlichen Kosten und Nachteile an Lebensqualität durch den Autoverkehr in unserer Wohnumgebung wir bereit sind in Kauf zu nehmen im Vergleich zu dem alltäglichen Nutzen unserer privaten Kraftfahrzeugnutzung.

Abbildung: ESCAPE Kohorten in Europa


Quelle: Mitgliederzeitung der Dt. Lungentiftung e.V. - Lunge, Luft und Leben - Ausgabe August 2017

Autor:

Dr. Joachim Heinrich
Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, WHO Collaborating Centre for
Occupational Health, Klinikum der Universität München, Member of German Center for Lung
Research (DZL) und Institut für Epidemiologie I, Helmholtz Zentrum München
Email: joachim.heinrich@med.uni-muenchen.de


Literatur:
Perez L et al. Swiss Med Wkly. 2010 Nov 18;140:w13129.
Eeftens et al. Atm Env 2012;62:303–317122
Cyrys et al. Atm Env 2012;62:374–390 107
Raaschou-Nielsen et al. Lancet Oncol 2013;14:813-822230
Hamra et al. EHP. 2015 Nov;123(11):1107-12
Dimakopoulou et a.l AJRCCM 2014;189:684-69610
Schikowski et al. ERJ 2014;44:614-62624
Cai et al. Thorax 2014;69:1005-10149
Jasquemin et al. EHP 2015;123:613-62117
Molter et al. ERJ 2015;45:610-62421
Heinrich et al. Geoinfor Geostat: An Overview 2016, 4:4
Gehring et al. EHP 2013;121:1357-136458
MacIntyre et al. EHP 2014;122:107-11325

19. PATIENTENFORUM LUNGE: "DIE CHRONISCH KRANKE LUNGE - VORBEUGEN UND BEHANDELN, FORSCHEN UND HEILEN"

Der Lungeninformationsdienst, das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) und der Deutsche Lungentag veranstalten das Patientenforum in Kooperation mit der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Dresden. Bereits zum zweiten Mal findet die Veranstaltung im Rahmen des Jahreskon­gresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) statt.

 

Einladung

Rückblick auf die Zentralveranstaltung des 20. Lungentages in Göttingen:

Zentralveranstaltung zum 20. Dt. Lungentag

Rückblick auf die Zentralveranstaltung des 20. Lungentages in Göttingen:

Gemeinsamer Tag für Jung und Alt.

Priv. Doz. Dr. Christiane Lex

 

Zum 20. Geburtstag des Lungentages fand die Zentralveranstaltung dieses Jahr erstmals in Göttingen statt. Bei dem Lungentag handelt sich um einen gemeinsamen Tag der Patientenorganisationen und wissenschaftlichen Organisationen mit dem Ziel Menschen über aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen zum Thema Lunge zu informieren.

Veranstalter war die Universitätsmedizin Göttingen in Kooperation mit dem Lungentag. Das diesjährige Motto „Prävention: Besser Vorbeugen als Behandeln!“ gefiel der Tagungsleiterin PD Dr. Christiane Lex, stellvertretende Vorsitzende des deutschen Lungentages, als Kinder- und Jugendärztin besonders gut. Prävention muss früh anfangen, um effektiv zu sein!

Um den Lungentag herum wurde die Presse daher besonders auf ein zentrales Thema der Veranstaltung aufmerksam: Passivrauchen im Kindes- und Jugendalter. Hierzu war bereits im März des Jahres auf der Internetseite des Lungentages ein Video zur Aufklärung erschienen (www.lungentag.de). Dass Eltern, die nur auf dem „Balkon“ und nicht in der Wohnung rauchen, auch ihre Kinder gefährden, wurde in Tageszeitungen  und Online-Journalen wie „Welt“ und „Stern“ nochmals betont und erreichte so ein deutschlandweites großes Publikum. Auch der Mitteldeutsche Rundfunk sendete pünktlich am Morgen des Lungentages einen Beitrag zu diesem wichtigen Thema.

Ganz bewusst wurde als Veranstaltungsort nicht eine Klinik, sondern die alte Studentenmensa  am Wilhelmsplatz ausgewählt. Seit einem Jahr erstrahlt sie im neuen Glanz und lässt und bei vielen Bewohnern der Stadt und der  Umgebung Erinnerungen wach werden. So eröffnete auch der Göttinger Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, gleichzeitig auch Schirmherr der Zentralveranstaltung des Lungentages 2017, die Veranstaltung.

Prof. Criée, Vorsitzender der Atemwegsliga e.V., moderierte wundervoll den ersten Teil der Veranstaltung, der die wichtigsten Themen wie Allergieprävention, Infektionsprophylaxe und Raucherentwöhnung enthielt. Exzellente Referenten gaben den Teilnehmern einen guten Überblick zu diesen Themen und standen engagiert Rede und Antwort. Prof. Lommatzsch, Sektionssprecher des deutschen Lungentages, erklärte besonders unterhaltsam, wie Kühe und Gülle allergiepräventiv sein können. Eine besonders lebhafte Diskussion schloss sich dem Vortrag von Dr. Stachow, Chefarzt der Fachklinik Sylt an. Was ist das beste Klima für unsere Lunge? Da kam der ein oder andere Teilnehmer der Veranstaltung richtig ans Träumen….

Gleichzeitig zu den Vorträgen fand erstmals ein eigenes Vortrags- und Mitmachprogramm für Kinder und Jugendliche statt. Der interaktive Vortrag von Frau Dr. Schucht zum Thema “Wie funktioniert unsere Lunge?“ stimmte frühmorgens auf das Thema ein, danach startete der „Lungenparcours“, exzellent vorbereitet von den Praxisteams Dr. Feindt und Dr. Stengel. So wurden Filzkugeln in Tore gepustet oder Smarties in Höchstgeschwindigkeit aufgesogen um anschließend im Mund der Kinder zu verschwinden. Am Ende konnte ein fertig gestempelter Pass  in eine kleine Belohnung umgewandelt werden.

Tolle Preise wie Gutscheine in Spiel- und Buchläden gab es aber beim Gestaltungswettbewerb mit dem Motto „Frische Luft“ in den Klassenstufen 1 bis 4 und „Atemlos“  in den Klassenstufen 5-13 und so hatte die Jury alle Hände voll zu tun, die besten Bilder zu  prämieren. Bei der Preisverleihung gab es wahre Prachtexemplare zu bestaunen! Im REAL-Preiswettbewerb wurden von Frau Gadsoudi weitere Sachpreise verliehen, so dass auch die kleinen Kinder überglücklich nach Hause gingen. Einen Sonderpreis erhielten ältere Schüler eines Berufskollegs in Essen für ein Video über ihr eigenes Rauchverhalten.

Aber auch die Erwachsenen durften sich engagieren: Wer auf die häufigsten Antworten rund um Impfungen & Co. eine Antwort wusste, konnte zwei Eintrittskarten für das Abschlusskonzert des NDR2 Soundcheckfestivals am Abend gewinnen. Dort sang der bekannte Sänger Vincent Weiss sein neues Lied „Frische Luft“. Wenn das nicht zum Thema des Lungentages passte!

In den Pausen konnten sich die Teilnehmer mit Essen und Trinken stärken und sich bei den Patientenorganisationen, den Aktionsständen und den Hilfsmittelherstellern informieren. Philipp Gloch, Medizinstudent in der Organisation  „Aufklärung gegen Tabak e.V.“ zeigte z.B. den Besuchern, dass er mittels „Smokerstop App“ Schülern vors Auge führt, wie sie sich selbst nach 20 Jahren Rauchen im Gesicht verändern werden.   

Am Nachmittag fanden Workshops (z.B. Lungensport) und weitere Vorträge für Erwachsene mit chronischen Lungenerkrankungen wie COPD oder Asthma bronchiale statt, die reges Interesse beim Publikum weckten.

Insgesamt war der Lungentag in Göttingen eine erfolgreiche Veranstaltung und hat allen Beteiligten in der Durchführung viel Freude bereitet. 

weitere Berichte zum Lungentag 2017

Neues Video verfügbar!

Ein herzliches Dankeschön geht an die Schüler des Berufskolleg im Bildungspark Essen für das diesjährige Schulprojekt. Die Schüler haben zum Thema "Prävention" ein Video unter dem Motto "Nikotinsucht - Rauchverhalten von Schülern in einer Berufsschule" gedreht.

zum Video

Zentralveranstaltung 2017

Im Rahmen der Zentralveranstaltung sind Schüler und Schülerinnen der Klassen 1-13 eingeladen,
an einen Gestaltungswettbewerb teilzunehmen.

Rückblick: Gemeinsame Veranstaltung des Deutschen Zentrum für Lungenforschung und des Deutschen Lungentag am 25.03.2017

In diesem Jahr fand am Rande des DGP-Kongresses in Stuttgart 2017 eine große Patienten-Informations-Veranstaltung zum Thema „Aktuelles zu klinischen Studien in der Lungenforschung - Wie nützen sie den Patienten?“ statt. Es handelte sich um eine Premiere, da hier erstmals eine Patienten-Informationsveranstaltung gemeinsam vom Deutschen Lungentag, vom Deutschen Zentrum für Lungenforschung und vom Lungeninformationsdienst veranstaltet wurde. Dieses Konzept erwies sich als sehr fruchtbar und erfolgreich, da hier verschiedene Erfahrungen und Sichtweisen gebündelt und den Patienten dargelegt werden konnten.

Den Auftakt machte Prof. Welte aus Hannover mit einem kurzweiligen Vortrag zum Sinn und Ablauf klinischer Forschung und klinischer Studien. Er machte klar, dass wir den vielen Forschungen der letzten Jahrzehnte große Fortschritte in der Behandlung von Lungenerkrankungen zu verdanken haben, und dass wir weiterhin der klinischen Forschung bedürfen, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Im zweiten Vortrag ging Prof. Vogelmeier aus Marburg, einer der weltweit führenden Experten auf dem Gebiet der COPD, konkret auf die aktuellen Therapiemöglichkeiten der COPD ein. Er verdeutlichte, welche großen Fortschritte die COPD-Therapie in den letzten Jahren gemacht hat. Er machte allerdings auch klar, dass viele Herausforderungen der Erkrankung noch ungelöst sind, und dass noch viele Aufgaben vor den Ärzten in der klinischen COPD-Forschung stehen. Prof. Kenn aus Berchtesgaden, der erste Professor Deutschlands für pneumologische Rehabilitation, führte im anschließenden Vortrag den Zuhörern die fundamentale Bedeutung von Rehabilitationsmaßnahmen bei Lungenerkrankungen vor Augen. Er wies darauf hin, dass hier nicht nur Quantität eine Rolle spielt, sondern dass auch die Qualität der Rehabilitationsmaßnahme und die spezifische Erfahrung des betreuenden Personals von wesentlicher Bedeutung für den Erfolg ist.

Nach der Kaffeepause sprach Prof. Reck aus Hamburg über die neuesten Entwicklungen in der Therapie des Bronchialkarzinoms. Hier haben sich durch die Ankunft der Tumor-Immuntherapie in der klinischen Praxis in den letzten Jahren völlig neue Horizonte der Krebstherapie aufgetan. Prof. Reck ist selber federführend bei vielen bahnbrechenden Tumor-Immuntherapie-Studien tätig gewesen, und konnte daher aus erster Hand von den Chancen, aber auch Risiken der Immuntherapie berichten. Er machte deutlich, dass wir nicht nur auf die Kosten der neuen Therapieformen schauen dürfen, sondern immer und zuallererst auch das Schicksal der Patienten im Auge haben müssen. Angesprochen auf die steigenden Therapie-Kosten moderner Krebstherapien sagte er: „Es ist nicht meine Aufgabe als Arzt, über Preise zu reden. Es ist meine Aufgabe, dem Patienten die bestmögliche Therapie zu geben“.  Im anschließenden Vortrag sprach Prof. Günther aus Gießen über die neuen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bei der Behandlung der Lungenfibrose. Er legte dar, wie vielfältig das Spektrum der fibrosierenden Lungenerkrankungen ist, und welche aktuellen Therapie-Optionen für die Patienten zu Verfügung stehen. Besonders wies er aber darauf hin, dass  die Forschung auf diesem Gebiet derzeit große Fortschritte macht, und dass die Patienten in den nächsten Jahren neue Therapiemöglichkeiten für diese Erkrankungen erwarten dürfen. Im anschließenden Vortrag berichtete Prof. Lommatzsch aus Rostock über die aktuellen faszinierenden Behandlungsmöglichkeiten der Volkskrankheit Asthma. Insbesondere machte er klar, dass heutzutage schweres Asthma nicht mehr primär mit dem nebenwirkungsreichen Kortison bzw. Prednisolon (als Tablette oder Spritze) behandelt werden muss, da deutlich nebenwirkungsärmere Biologika, welche mindestens so effektiv wie Prednisolon sind, heute zur Verfügung stehen. Er kam in diesem Zusammenhang auf die Äußerungen von Prof. Reck zurück, und betonte auch für das Asthma, dass nicht der Preis, sondern das Wohl der Patienten im Vordergrund stehen sollte. Mit modernen Biologika lassen sich heute bei Patienten mit schwerem Asthma Erfolge erzielen, von denen wir vor einigen Jahren nur träumen konnten.

Das Publikum zeigte sich von den Vorträgen sehr angetan, und nutzte die Chance, mit den Experten zu diskutieren und Fragen zu stellen. Auch während der Kaffeepause und nach der Veranstaltung wurde viel diskutiert. Frau Koller vom Lungeninformationsdienst kündigte an, dass die Folien der Vorträge der Experten auf der Internetseite des Lungeninformationsdienstes für die Patienten zur Verfügung gestellt werden, damit auch Patienten, welche nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, zu den aktuellen Informationen gelangen können. Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass diese „Premiere“ sehr gelungen  war, und dass eine Wiederholung bei zukünftigen Kongressen angestrebt werden sollte.

 

Prof. Dr. Marek Lommatzsch

Sektionssprecher

Neues Video verfügbar!

Unter https://www.lungentag.de/videos.html steht ab sofort unser neues Video "Rauchen: Vorbeugung von Atemwegserkrankungen im Kindes- und Jugendalter" für Sie bereit.

Wenn Sie es für Ihre Veranstaltung zum Lungentag nutzen möchten, stellen wir Ihnen das Video gerne zur Verfügung.

Bitte senden Sie uns bei Bedarf eine Email an Lungentag@t-online.de

Tuberkulose

Die #Tuberkulose ist eine bakterielle #Atemwegsinfektion. Mit 4000 Neu-Infektionen pro Jahr zählt die Tuberkulose in Deutschland eher zu den seltenen Erkrankungen. Und dennoch handelt es sich um eine bedrohliche Krankheit, denn die Erstinfektion verläuft meist sehr diskret und wird von den Betroffenen kaum bemerkt. Erst, wenn das #Immunsystem geschwächt ist, kann sich der Verlauf dramatisch verschlechtern. In einem Beitrag und einem Video-Interview bei ‚Media Planet‘ können Sie sich umfassend informieren: http://bit.ly/2d0tnOV #Lungentag

1. Lungentag in Worms - Zentralveranstaltung des Deutschen Lungentags am 24.09.2016

Treffen Sie Experten und tauschen Sie sich mit Gleichgesinnten aus:

Im Tagungszentrum DAS WORMSER, Rathenaustr. 11, in Worms am Rhein erwartet die Besucher am 24. September von 9.30 bis 15.00 Uhr eine informative Veranstaltung mit

  • 5 Vorträgen namhafter Professoren

zur aktuellen Behandlung von COPD, Lungenemphysem und Asthma bronchiale.

Parallel zu den Vorträgen finden 5 praxisorientierte Workshops mit Experten zu folgenden Themen statt:

  • Husten
  • Inhalationstechniken
  • Lungensport, Atemphysiotherapie und Selbsthilfetechniken
  • Psyche und Leben mit Asthma und COPD
  • Selbsthilfe für sauerstoffpflichtige Patienten

Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten

Zu guter Letzt bietet die Tagung die Gelegenheit, um sich mit anderen betroffenen Patienten und Ihren Angehörigen zu treffen und Erfahrungen auszutauschen. Gleichzeitig werden kostenlos Lungenfunktionsmessungen, Allergieberatungen und andere Serviceleistungen angeboten. Ebenfalls kostenlos können die mobilen Sauerstofftanks aufgefüllt werden.

Der EINTRITT ist FREI.

Die 1. Lungentagung Worms ist die zentrale Veranstaltung des Deutschen Lungentages 2016. Schirmherrin ist die Deutsche Atemwegsliga e.V.

Organisator ist die Deutsche PatientenLiga Atemwegserkrankungen e.V. - DPLA
gemeinsam mit der AG Lungensport in Deutschland e.V.

Weitere Informationen (PDF):
Programm der 1. Lungentagung Worms